Category: News - 2017.07.07

Etel Adnan NACHT. Hörspiel des Monats August 2017

Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste
benennt zum Hörspiel des Monats:

NACHT
von Etel Adnan

Übersetzung: Klaudia Ruschkowski
Bearbeitung: Klaudia Ruschkowski und Giuseppe Maio
Regie: Giuseppe Maio
Komposition: Ulrike Haage
Produktion: DLF
Länge: 63’54
Ursendung: 06.08.2017

Die Begründung der Jury:

Die 92jährige libanesisch-amerikanische Schriftstellerin Etel Adnan, deren Stimme im englischen Originalton die Grundlage des Hörspiels bilden, übt mit ihren Meditationen über die Nacht eine suggestive Wirkung aus. Träume, Erinnerung, das Universum und Imagination sind zentrale Begriffe, die sie mit sinnlichen Metaphern und frappierenden Sprachbildern umspielt. Die Stimmen der Schauspielerinnen Angela Winkler und Sandra Borgmann sind von Klaudia Ruschkowski, die den Text auch übersetzte, und Giuseppe Maio als deutsche Gegenstimmen inszeniert. Denn sie übersetzen das Original nicht nur, sondern erschaffen mit Auslassungen, Zusatztexten, gliedernden Wiederholungen, Überschneidungen und synchronen Hervorhebungen einen Innenraum („Cézanne sagte zu recht, dass Natur Innenraum ist“), in dem die philosophische Poesie Etel Adnans sich subtil entfaltet: „Es ist immer Nacht, sonst brauchten wir kein Licht.“

Etel Adnan, Paris, Oktober 2016 – Fotografie: Antonio Maria Storch

Die Kosmopolitin Etel Adnan gehört zu den wichtigsten Stimmen der arabischen Welt und gilt als Grande Dame der arabischen Literatur.

„Wir leben bei Tag und mein Gefühl ist, dass wir das Mysterium der Nacht verloren haben.“ Für Etel Adnan ist die „Wirklichkeit aus Nacht gemacht“: ein Text, bestehend aus Erleben, Erkenntnis und Vorahnung. „Ich sagte euch, ich bin die Nacht. Aber niemand bemühte sich herauszufinden, was das heißt.“

Etel Adnan, geboren 1925 in Beirut, lebt in Paris, Sausalito (Kalifornien) und Beirut. Ihre Bilder, Zeichnungen und Künstlerbücher waren 2012 in eigenen Räumen auf der documenta13 zu sehen. Hörstücke: „Schiff im Sturm Berg Mond Meer ganz und gar schwerelos. Etel Adnans Reise durch Leben und Länder“ (DKultur 2008), „Arabische Apokalypse“ (DKultur/HR 2013).

http://www.deutschlandfunkkultur.de/ursendung-kunststuecke-documenta-nacht.964.de.html?dram:article_id=388305


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