Category: Programme - Tags: - 2015.09.16

Vilém Flusser – Digitaler Schein

16. September 2015 - 20. September 2015

Vilém Flusser
Vilém Flusser

Seminar und Gespräch

Vilém Flusser entwickelt sein philosophisch-künstlerisches Konzept des digitalen Scheins aus der Erfahrung der Bodenlosigkeit. Er muß 1938 aus Prag, der mystischen Stadt, wie er sagt, fliehen und gelangt über London nach Brasilien ins Exil. In seiner eindrucksvollen philosophischen Autobiographie „Bodenlos“ erprobt er das Denken und die Erkenntnisfähigkeit, indem er die Philosophiegeschichte aus der Perspektive eines „Heimatlosen“, eines „diabolisch Lebenden“, eines, der eine „Planung eines geordneten Gleitens und Schwebens über dem Abgrund“ vornimmt, betrachtet und intellektuell zu überschreiten versucht. Dabei macht er auch gedanklichen Halt bei Descartes, I. Kant und L. Wittgenstein und auch in der alttestamentlichen Tradition.

In seinem Text „Digitaler Schein“ aus dem Jahr 1989 entwirft er Grundzüge einer neuen Anthropologie, der Mensch ist nicht mehr „Subjekt einer gegebenen objektiven Welt, sondern Projekt von alternativen Welten.“

„Der Mensch als Projekt, dieser formaldenkende Systemanalytiker und – synthetiker ist ein Künstler.“

Mit dieser philosophischen Zuspitzung begibt sich Flusser schon sehr früh in die Debatte über virtuelle Welten und das Verständnis von Realität. Er verlässt die gewohnten akademischen Diskurse.

Nach seiner Rückkehr aus Brasilien nach Europa schafft er in den 70er und 80er Jahren ein internationales intellektuelles Netzwerk aus Künstlern, vor allem Fotografen, Medienwissenschaftlern, Kulturphilosophen und Kunsttheoretikern, das bis heute die Flusser-Forschung bestimmt und besonderen Ausdruck im Vilém- Flusser-Archiv in Berlin an der UdK findet.

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Das Seminar befasst sich mit folgenden Themenschwerpunkten:

Philosophie aus der Erfahrung der Bodenlosigkeit

Grundzüge seiner philosophischen Autobiographie
(Dazu wird die Lektüre empfohlen: Vilém Flusser, Bodenlos – Eine philosophische Autobiographie. Bollmann Bibliothek Bd. 10 ,1992)

Digitaler Schein

Vom Subjekt zum Projekt, Elemente einer neuen Anthropologie
(Es handelt sich um einen Text von Vilém Flusser, der den Teilnehmenden nach Anmeldung zur Verfügung gestellt wird. Der Text liegt im Flusser-Archiv an der UdK Berlin vor)

Das Dialogische als jüdisches Erbe im Spätwerk von Vilém Flusser

(Dazu wird die Lektüre empfohlen: Vilém Flusser, Jude sein, hg. v. Stefan Bollmann Hamburg 2014)

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Leitung: Dr. Ellen Drünert, Philosophin, Hamburg

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Max. 10 TeilnehmerInnen

Weitere Informationen unter
info@villa-le-guadalupe.com


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