Category: News - 2013.01.26

Deutschland – Italien.
Aufbruch aus Diktatur und Krieg

Herausgegeben von Wolfgang Storch und Klaudia Ruschkowski
im Auftrag der Stiftung Deutsches Historisches Museum Berlin

Deutschland - Italien. Aufbruch aus Diktatur und Krieg
Deutschland – Italien. Aufbruch aus Diktatur und Krieg


396 Seiten, 273 Abb., farbig und sw
Format 28 x 21 cm, Klappenbroschur

ISBN 978-3-95498-018-5
amazon.de/3954980185

Sandstein Verlag Dresden 2013
http://verlag.sandstein.de

Mit Beiträgen von Maike Albath, Elmar Altvater, Immacolata Amodeo, Eugen Blume, Susanne Böhme-Kuby, Helmut Böttiger, Angelo Bolaffi, Thomas Brandlmeier, François Burkhardt, Gianfranco Capitta, Roberto Chiesi, Enzo Collotti, Enrico Crispolti, Giovanna D’Amico, Marco De Michelis, Patrizia Dogliani, Sieghart Döhring, Fritz Rudolf Fries, Graziella Galvani, Gianluca Garelli, Eckhart Gillen, Mario Giovana, Sergio Givone, Ulrich Gregor, Gabriele Hammer-mann, Klaus Honnef, Annette Jahns, Peter Kammerer, Kai Kappel, Lutz Klinkhammer, Matthias Kontarsky, Andreas Günther Krase, Brunello Mantelli, Magda Martini, Tristano Matta, Claudio Natoli, Karl-Siegbert Rehberg, Gianni Rondolino, Martino Rossi Monti, Klaudia Ruschkowski, Enrico Rusconi, Wolfgang Schieder, Christina Schmidt, Eberhard Schmidt, Christoph Ulrich Schminck-Gustavus, Jürg Stenzl, Leopold Steurer, Wolfgang Storch, Petra Terhoeven, Aldo Venturelli, Angela Windholz, Francesco Zanchini di Castiglionchio und Originaltexten italienischer und deutscher Autoren

Deutschland und Italien sind in ihrer Geschichte eng miteinander verbunden, verweisen aufeinander auch durch ihre faschistische und nationalsozialistische Vergangenheit. Das Buch berichtet von der deutschen Okkupation Italiens und verfolgt in beiden Ländern den Aufbruch aus Diktatur und Krieg. Es zeigt die Wege der Bewältigung der Katastrophe, die der Selbstversicherung in einer demokratischen Gesellschaft den Boden bereiteten. Der Aufbruch in Italien und die allmähliche Sprachfindung in Deutschland werden für jedes Land separat sowie in einer Gegenüberstellung beschrieben, in der gegenseitigen Wahrnehmung und den jeweiligen konkreten Erfahrungen. Dieser Weg – anhand von Beispielen bis zum Fall der Berliner Mauer verfolgt – spannt einen bis zur Gegenwart reichenden Bogen: Der Eindruck, dass wir in einem entscheidenden Umbruch leben, dass eine Epoche zu Ende geht, fordert dazu heraus, in einem Überblick zu erinnern, was in den vergangenen Jahrzehnten auf dem Spiel stand, was gewonnen, was verloren wurde.

Die deutsche Okkupation Italiens begann am 8. September 1943 und endete am 2. Mai 1945. 650.000 italienische Soldaten wurden in Arbeits- und Konzentrationslager deportiert, Mussolini an die Spitze einer Repubblica Sociale Italiana gestellt und das Land in einen Bürgerkrieg getrieben. Wehrmacht und SS, unterstützt von Mussolinis Truppen, provozierten den sich überall organisierenden Widerstand durch Geiselnahmen und Massaker an der Zivilbevölkerung. 10.000 Menschen, vor allem Frauen, Kinder und Alte, wurden ermordet. Die Resistenza schuf die Basis für eine demokratische Umgestaltung Italiens nach dem Krieg. Der Kalte Krieg bremste diesen Aufbruch und spaltete Italien in zwei Lager. Deutschland wurde in zwei Staaten geteilt. Um die neue westliche Allianz nicht zu belasten, stellte man die Verfolgung der Kriegsverbrechen zurück. Sie wurde erst nach dem Mauerfall wieder aufgenommen. Der bis heute andauernden Sprachfindung gegenüber der Zeit der Okkupation und der folgenden restaurativen Phase gilt das Buch. Entscheidend ist in diesem Prozess die Rolle der Künste. Italienische Künstler begannen schon 1944/45, Erzählformen zu realisieren, um aus dem Albtraum der Okkupation herauszufinden und sich zugleich der eigenen faschistischen Vergangenheit zu stellen. Waren sie nach dem Krieg mit ihren Vorgaben wegweisend für deutsche Künstler, so gaben diese ab Mitte der siebziger Jahre wesentliche Impulse für italienische: Sprachfindung verstanden als Arbeit an der Demokratie.

Das Material, das die beiden Herausgeber zusammengetragen haben, und die Fülle hochqualifizierter Experten und engagierter Mitarbeiter aus beiden Ländern wurden hier zu einem Buch komponiert, das alles Vergleichbare auf dem deutsch-italienischen Büchermarkt in den Schatten stellt.

Ekkehart Krippendorff


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