Category: News - 2016.01.06

Palermo, oh Palermo! Eine gewagte Reise durch Sizilien

In der von Susanne Gretter bei Erdmann herausgegebenen Reihe „Die kühne Reisende“ erschien Anfang Juni Emily Lowes abenteuerliche Reise durch Sizilien und Kalabrien, die sie 1857/58 gemeinsam mit ihrer Mutter unternahm.

Aus dem Englischen übersetzt und mit einem Vorwort versehen von Klaudia Ruschkowski

1857 – nachdem sie zuvor den St. Gotthard-Pass zu Fuß überquert hatte – traf Emily Lowe in Begleitung ihrer Mutter in Palermo ein. Von dort reisten die ‚due donne sole‘, die überall Aufregung und Bewunderung auslösten, weiter nach Catania, Messina, Syrakus – abseits der traditionellen Routen, also einsamer, beschwerlicher, gefährlicher. Das hier erstmals in Deutsch vorliegende Buch ist eine Entdeckung: Die junge Frau aus der englischen Oberschicht suchte das Abenteuer und Kontakt zu den Menschen. Treffend beschreibt sie das Leben der Aristokratie, einfühlsam das der kleinen Leute. Sie erzählt von Bauern und Fischern, von Frauen, die fürs tägliche Brot Spitzen klöppeln, von Einladungen in die Häuser der Reichen, von sizilianischer Mode und von schäbigen Hotels, von Tempeln und der Vielfalt der italienischen Kunst. Und schließlich von der gefahrenvollen Besteigung des Ätna: ‚Ich fühle den Moment gekommen, in dem zwei Wunder der Schöpfung, ein schneebedeckter Vulkan und die Neugier der Frauen, sich einander auf die Probe stellen.‘

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Klaudia Ruschkowski
EMILY LOWE – REISEN OHNE GEPÄCK

Es ist früh im Herbst, als Emily Lowe und ihre Mutter 1857 in Palermo eintreffen. Sie sind bereits seit mehreren Wochen unterwegs. In einer Rückblende skizziert Emily die Route: die Überquerung der Alpen über den St. Gotthard, ein Besuch in Mailand und Genua, die Fahrt über Rapallo und Sestri Levante durch Cinque Terre bis nach La Spezia, schließlich die Ankunft in Livorno, von wo aus sie sich nach Sizilien einschiffen, dem Ziel ihrer Reise. In einem Zuge beschreibt sie die abendliche Stimmung über dem Golf von Palermo. Sie entwirft ein paradiesisches Bild, Inbegriff von Süden und romantischem Gefühl. Mit leichter Hand umreißt sie den geografischen, kulturellen und mythologischen Raum des Mittelmeers: Der Schirokko verbindet Europa mit Afrika, Palermo verweist auf das maurische Spanien mit Al Andalus, dies führt zur arabischen Welt, die palermitanischen Berge rufen den Olymp auf und damit die griechische Götterwelt. Der romantische Traum, ein Topos der englischen Reiseliteratur des 19. Jahrhunderts, mit dem Emily Lowe ihr Buch eröffnet, mündet am Ende des ersten Kapitels in die Wirklichkeit. Hier beginnen die eigentlichen Entdeckungen der beiden „schutzlos“ reisenden Ladies, die 1859 unter dem Titel „Unprotected females in Sicily, Calabria, and on the top of Mount Aetna“ unter „anonymous“ im Londoner Verlag Routledge erscheinen. Eine Parenthese verweist jedoch auf die Autorschaft von „E. Lowe“.
Es handelt sich bereits um das zweite Reisebuch, das die junge Emily Lowe selbstbewusst veröffentlicht. 1857 erschien im selben Verlag „Unprotected females in Norway or the pleasantest way of travelling there, passing through Denmark and Sweden“. Im Zentrum des Berichts über die Reise nach Norwegen, damals „Terra incognita“, die sie ebenfalls gemeinsam mit ihrer Mutter unternimmt, steht die Überquerung des Sognefjells im Pferdeschlitten, auf der höchstgelegenen Passstraße Nordeuropas.
Die beiden Engländerinnen geben sich nicht mit konventionellen Zielen zufrieden. Sie bereisen Europas geografische Extreme, die sich außerhalb der seit der Renaissance obligatorischen und den Söhnen des europäischen Adels und später auch des gehobenen Bürgertums vorbehaltenen „Grand Tour“ befinden. Sie sind die ersten, die es nach Süditalien zieht, das als unzugänglich und gefährlich gilt, für Frauen ohnehin undenkbar. Emily Lowes Buch über Sizilien und Kalabrien kann daher als Pionierarbeit betrachtet werden.
Durch die Formulierung „unprotected females“ kreiert sie für sich und ihre Mutter eine originelle Identität. Zwar war die Bezeichnung „unprotected“ für Frauen, die ohne männliche Begleitung reisen, in der viktorianischen Kultur durchaus verbreitet, galt aber als exzentrische Verirrung, als ebenso komische wie tragische Abweichung von der Norm. In einer Reihe von Sketchen machte sich die Londoner Satirezeitschrift “Punch” über die „Unprotected females“ lustig und verhöhnte in den zwischen 1849 und 1851 erschienenen “Szenen aus dem Leben einer schutzlosen Frau” die Missgeschicke einer gewissen „Miss Martha Struggles“, die ohne männliche Obhut – oder Aufsicht – mit der „Komplexität des viktorianischen Lebens“ kämpft, um schließlich erschöpft in die Arme eines Mr. Jones zu sinken, der sie noch gerade rechtzeitig aus einer scheinbar hoffnungslosen Situation befreit.
In ihren Veröffentlichungen besetzt Emily Lowe den Ausdruck „unprotected“ positiv und dreht den Spieß um. Für sie hat die sogenannte „Schutzlosigkeit“ einen ganz praktischen Sinn. Bevor sie nach Norwegen aufbrachen, sind Emily und ihre Mutter schon häufiger gereist und haben festgestellt, dass „Ladies weitaus besser allein reisen, als zusammen mit Gentlemen“. Jeder ist freundlich, jeder versucht zu helfen. Reist die Frau in Begleitung eines Mannes, dann steht sie zwangsläufig im Hintergrund. Der Mann führt die Gespräche, er entscheidet über die Route, er schließt die Bekanntschaften, er erlebt die Abenteuer, die Emily, zum Zeitpunkt ihrer Reisen nicht älter als Anfang zwanzig, selbst erleben will. „Auf Reisen besteht der einzige Nutzen eines Gentleman darin, sich um das Gepäck zu kümmern, und wir achten darauf, kein Gepäck dabei zu haben“, eröffnet sie dem Leser gleich zu Beginn ihres Norwegen-Berichtes. Detailliert beschreibt sie in ihrem Buch über Sizilien die Vorbereitungen zur Besteigung des Ätna, ein logistisches Unterfangen, aber auch eine Frage der Willenskraft. Wobei sie wie nebenbei darauf hinweist, dass nicht nur der berühmte Geologe Sir Charles Lyell mehrfach versucht hat, bis zum Gipfel des Ätna zu gelangen, im Gegensatz zu ihr jedoch nie über einen Nebenkrater hinausgekommen ist.
Emily Lowes streitlustiger und selbstbewusster Ton brachte ihr einige bissige Kritiken ein. Der Rezensent der englischen Wochenzeitschrift „The Era“ bemerkte 1859, kurz nach dessen Erscheinen, das Buch über Sizilien „ist nicht eben das, was wir uns aus der Feder einer englischen Dame wünschen, aber es könnte laufen, zumindest so lange wie eine Weihnachtspantomime, und dann ist es vergessen“. Trotz oder vielleicht gerade wegen der Verrisse durch die männliche Kritik hatten Emily Lowes Bücher Erfolg. Sie blieben – ebenso wie ihre Reisen – während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Gedächtnis der englischen Öffentlichkeit. A. T. Camden Pratt widmete ihr einen Artikel in seinem 1897 in London erschienenen „People of the Period“, einem viktorianischen „Who‘s Who“, wo sie als eine „Frau mit starkem Charakter“ und „glühende Pionierin des Reisens“ bezeichnet wird.

Emmeline Marjory Lowe wurde 1835 geboren. Englische Personenverzeichnisse des 19. Jahrhunderts und „Debrett’s Illustrated Baronetage“ von 1864 stellen sie als Tochter des Richters R. Atwell Lowe vor, von dem Camden Pratt berichtet, er sei in Indien tätig gewesen. Die Mutter wird hier nicht erwähnt. In späteren Veröffentlichungen trifft man auf den Namen Helen Lowe, und wahrscheinlich handelt es sich bei Emilys Mutter um die Autorin des 1841 in London erschienenen Bandes „Cephalus and Procris“. Die Londoner Zeitschrift für Literatur, Wissenschaft und die Schönen Künste „The Athenaeum“ veröffentlicht am 7. Mai 1842 die Notiz, dass „Cephalus und Procris“ wegen der poetischen, an Milton erinnernden Sprache und einer großen Vertrautheit der Autorin mit der griechischen Mythologie und Literatur „mit Erstaunen aufgenommen wurde“. Die junge Emily muss die Liebe zu Mythologie und Dichtung durch ihre Mutter erfahren haben. So praktisch sie über Transport- und Zahlungsmittel, über Straßenverhältnisse, Brückenbauten und die Ausstattung von Gasthöfen berichtet, so passioniert flicht sie Götter und Mythen ein, um Sizilien zu beschreiben, das „antike Thrinakria“, „Helios‘ leuchtende Insel“. Sie war, worauf die Zeitschrift „Woman’s World“ ausdrücklich hinweist, das einzige Kind ihrer Mutter. Die Abenteuer, die beide zusammen erleben, ihr unkomplizierter Umgang miteinander und die lebhafte Art ihres Reisens lassen auf ein enges, schwesterliches Verhältnis schließen. „Mamma“, wie Emily ihre Mutter auf italienische Art nennt, erscheint als die praktischere von beiden, zügelt die ungestüme Jüngere, lässt sich dann aber immer wieder von ihr mitreißen.
Ab 1856 ist „Miss E. Lowe“ als Mitarbeiterin bei „The Athenaeum“ tätig, dessen Herausgeber, dem englischen Historiker und Reisenden Hepworth Dixon, sie ihr Buch über Norwegen widmet. Sie übernimmt die Recherche für Reise- und Geschichtsbeiträge von Autoren wie Walter White, einem Sekretär der Royal Society: „Zu Fuß durch Tirol im Sommer 1855“, für den Historiker Edward Stillingfleet Cayley: „Die Revolutionen von 1848“ oder für das von Francis Coghlan herausgegebene „Handbuch für Reisende in Norditalien“, verfasst aber auch eigene Texte, zum Beispiel „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ – erschienen am 17. Mai 1856, vor ihrem Aufbruch in den Norden. „Für den wahren Reisenden“, beginnt sie ihren Bericht über Norwegen, „liegt die eigentliche Faszination in einem unerforschten Land…“. Die beiden Ladies wollen sich daher in „den wildesten Teil Skandinaviens“ wagen. Die Reise in die Gegenrichtung, an einen der südlichsten Punkte Europas, stellt Mitte des 19. Jahrhunderts kein geringeres Wagnis dar. Hinzu kommt, dass Emily sich vorgenommen hat, im Winter und bei Schnee den Ätna zu besteigen und auf jeden Fall bis zum Krater zu gelangen, eine Herausforderung, der sie sich mit der eigenwilligen Bemerkung stellt, sie sehe „den Moment gekommen, wo zwei Wunder der Schöpfung, ein schneebedeckter Vulkan und die Neugier einer Frau, sich gegenseitig in ihrer Glut auf die Probe stellen“.
Dennoch ist Emily Lowe keine typische englische „Lady Explorer“. Sie erkundet keine exotischen Landstriche oder fernen Kontinente wie Isabella Bird, die nach Amerika, Australien und in den Fernen Osten aufbricht, oder wie Mary Kingsley, die es nach Afrika zieht. Weder erfüllt sie eine gesellschaftliche oder politische Mission, noch reist sie, um sich selbst zu finden. Sie scheint vielmehr von Neugier und einer ungemeinen Lebenslust getrieben, was mit einer jugendlich romantischen Vorstellung von Abenteuern einhergeht, deren Heldin sie ist. Vor allem in Kalabrien, dessen Jahrtausende lange griechische Besiedlung, sarazenische Piratenüberfälle und albanische Einwanderung eine ganz eigene Kultur geschaffen haben, einem „wilden Land“, dem „romantische Gefahren“ nachgesagt werden, zeigt sich Emilys Leidenschaft für Schauergeschichten, die im damaligen England sehr beliebt waren. Schließlich ist es aber wirklicher Wissensdurst, die Begeisterung für Natur und Geschichte und nicht zuletzt das aufrichtige Interesse an der Begegnung mit Menschen, was aus ihren Reiseberichten spricht. Obwohl sie im Laufe der Wochen, in denen sie unterwegs ist und mehr und mehr Einblick in die Verhältnisse des Landes gewinnt, in manch viktorianische Vorstellungen und von Standesdünkel getragene Vorurteile zurückfällt, sind ihre Reisen im Kern von der Überzeugung getragen, jederzeit herzlich auf die Menschen zugehen zu sollen, denn „ein kühl distanziertes Gebaren der Überlegenheit“ verletzt den anderen und verhindert ein wirkliches Kennenlernen.
Emily Lowes Originalität als Verfasserin von Reisebüchern liegt, wie Stefania Arcara bemerkt, in der Stärke der Persönlichkeit, die sie in ihren Texten durch die Figur einer Reisenden kreiert, die ihre Unabhängigkeit ostentativ zur Schau stellt. Emily scheut sich nicht, sich selbst zu skandalisieren, Kühnheit und Antikonformismus zu zeigen. In Norwegen schneidert sie sich Hosen aus leuchtend rotem Flanell, um „à la Zouave“ reiten zu können, „frei und unabhängig, einen Fuß in jedem Steigbügel“, und sieht sich in der Rolle eines militärischen Anführers, der in unerforschte Gegenden vordringt. In Sizilien legt sie es als „femme fatale“ auf einen Flirt mit einem Mönch an, in Kalabrien sonnt sie sich in der Bewunderung einiger junger Männer, die ihr ein Sonett widmen. Die Verkleidungen, in denen sie sich nur zu gern zeigt, entsprechen ihrem Hang zur Theatralität und ihrer Liebe zur Bühne. Emily und ihre Mutter lassen in Sizilien keine Gelegenheit aus, um die Oper zu besuchen – es sei denn, es handele sich um einen Sonntag, an dem sich die protestantischen Damen jegliches Vergnügen versagen.
Emily Lowe zeigt in jeder Hinsicht ein ambivalentes Verhalten, das zwischen extremer Grenzüberschreitung und der Annahme einer ganz traditionell weiblichen Haltung schwankt. Das hat durchaus Kalkül. „Trotz gelegentlich immenser Kraftanstrengungen“, vertraut sie dem Leser an, erscheinen sie und ihre Mutter von „trügerisch zarter Gestalt“. So werden die vermeintlich „Schutzlosen“ während ihrer Reise unentwegt beschützt – wenn es in ihrem Interesse liegt. „Wie erstaunlich ist es doch, dass die Leute, wenn Damen einen vollkommen hilflosen und unschuldigen Eindruck machen, sogleich in die Falle gehen und alles unternehmen, um ihnen zu Diensten zu sein“, notiert Emily in Norwegen. „‚Unprotecteds‘ fahren am besten damit, sich fest an die alte Kombination der Qualitäten von Schlange und Taube zu halten.“
Durch ihre Reiseberichte erschafft Emily Lowe, wie Hannah Sikstrom feststellt, einen neuen symbolischen Raum für die reisenden Frauen des 19. Jahrhunderts. Dieser „metamorphische Raum“ gestattet es ihnen, sich selbst in ihrer Weiblichkeit zu definieren und je nach Situation über das Maß zu entscheiden, in welchem sie die zu jener Zeit dominanten Rollenvorstellungen von sich weisen oder ihnen entgegenkommen wollen.

Am 4. Oktober 1859 heiratet Emily Lowe den zwanzig Jahre älteren Sir Robert Cavendish Spencer Clifford, „3rd Baronet Clifford Of The Navy” und “Yeoman Usher of the Black Rod”, einen ranghohen Beamten im britischen Parlament und direkten Nachfahren von Königin Maria I. Tudor. Wie Camden Pratt berichtet, macht sich Emily sogleich daran, Rutland House, ihren Wohnsitz in Knightsbridge, nach eigenen architektonischen Plänen zu gestalten. Mit der Heirat endet ihre Tätigkeit für „The Athenaeum“. Im Herbst 1861 lanciert der Verleger Samuel Beeton das Frauenmagazin „Queen“, das eine überraschend ausführliche Reisekolumne enthält. Dreißig Jahre lang wird das Blatt von einer anonymen Herausgeberin betreut. Jill Steward weist sie in ihrem 2005 erschienen Beitrag zur Rolle des Reisejournalismus in England und der Entwicklung des Tourismus als „Helen Lowe“ aus, „die als ‚unprotected female‘ in Begleitung ihrer Mutter durch Norwegen und Sizilien reiste.“ „Helen Lowe“ soll demnach für „Queen“ auch Beiträge „im Stil ihrer Reisetagebücher“ verfasst haben. Vermutlich handelt es sich um einen Irrtum, und es war Emily, die ebenso „anonymous“, wie sie ihre beiden Bücher veröffentlicht hat, als Herausgeberin des Blattes fungierte. „Queen“ ermutigte die Frauen, Reisen als eine ebenso befreiende wie bestärkende Erfahrung zu begreifen, und enthielt darüber hinaus zahlreiche praktische Ratschläge zum Verhalten in anderen Ländern.
Die Abenteuerlust hat Emily mit ihrer Heirat nicht verlassen. Die Londoner Gesellschaftsblätter berichten im Laufe der Jahre immer wieder von den Reisen, die sie, nun Lady Spencer Clifford, mit ihren drei Töchtern unternimmt, vor allem nach Italien. Sie besitzt eine Yacht, mit der sie unter dem Kommando eines Kapitäns etliche Fahrten durch das Mittelmeer und den Atlantik bestreitet. Auf die Dauer führt die geteilte Autorität zwischen Besitzerin und Kapitän jedoch zu Konflikten. Als gegen ihren Willen immer wieder Häfen außerhalb der festgelegten Route angelaufen und obskure Waren an Bord geladen werden, wendet sie sich an den zuständigen Konsul und erhält die offizielle Erlaubnis, den Kapitän und die mit ihm konspirierenden Offiziere zu entlassen. Nach dem Tod ihres Mannes im Januar 1892 macht Emily, wie die Zeitschrift „Woman’s World“ vom 5. Oktober 1895 berichtet, ihr Kapitänspatent und wird bei der englischen Kammer als „Kapitän auf einem Handelsschiff“ eingetragen. Dadurch eröffnet sie den Frauen ein neues Berufsfeld, gemäß ihrem Motto: „Wenn du willst, dass etwas getan wird, dann tu es selbst.“ Nachdem sie die Prüfung in Nautik bestanden hat, die ihr als Frau, wie sie der Zeitschrift gegenüber ironisch versichert, „ganz gewiss leichter gemacht wurde“, steuerte sie bis zu ihrem Tod 1897 als erster weiblicher Kapitän in England ihre 350 Tonnen Yacht durch den Ärmelkanal, umrundete die iberische Halbinsel und gelangte durch die Straße von Gibraltar in ihr geliebtes Mittelmeer.

Literatur

Emily Lowe, Unprotected females in Norway or the pleasantest way of travelling there, passing through Denmark and Sweden, London, 1857

Emily Lowe, Due viaggiatrici ‘indifese’ in Sicilia e sull’Etna: diario di due lady vittoriane, übersetzt und herausgegeben von Stefania Arcara, La Spezia, 2001

A.T. Camden Pratt, People of the Period: Being a Collection of the Biographies of Upwards Six Thousand Living Celebrities, London 1897, 2 Bde., S.232-33

H. M. L. S., A Few Words of Advice on Travelling and Its Requirements Addressed to the Ladies, London, 1875

John Pemble, The Mediterranean Passion: Victorians and Edwardians in the South, Oxford 1987

Hannah Sikstrom, ‘The Serpent and the Dove’: The Adventures of an Unprotected Victorian Female Traveller in Norway and Sicily, Liverpool Conference Paper, 2013

Jill Steward, How and Where To Go’: The Role of Travel Journalism in Britain and the Evolution of Foreign Tourism,1840–1914, in: “Histories of Tourism: Representation, Identity and Conflict”, Hg. John K. Walton, Clevedon – Buffalo – Toronto, 2005

Kathryn Walchester, Gamle Norge and Nineteenth-Century British Women Travellers in Norway, London / New York, 2014

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Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: edition erdmann ein Imprint von Verlagshaus Römerweg
ISBN-10: 3737400229
ISBN-13: 978-3737400220
Gebundene Ausgabe 20 Euro


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